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Fleetize-Fahrzeugortung und die Diagnoseschnittstelle OBD2

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Um Fleetize als simple Stecklösung anbieten zu können, nutzen wir den genormten OBD2-Anschluß. Aber was ist OBD2 eigentlich und was für Vorzüge bietet es noch? In diesem Artikel gibt es einen kleinen Einblick in die Geschichte und Technologie zu OBD2 und auf die Vorzüge für die Fahrzeugortung.


Die Abkürzung OBD2 steht für "On board diagnostic" und dient zur
ständigen Selbstüberwachung aller abgasbeeinflussenden Systeme von Fahrzeugen. Es wurde bereits 1988 als OBD1 im Zuge
verschärfter Emissionsgrenzwerte in Kalifornien eingeführt. Durch die Selbstüberwachung von Fahrzeugen
ist eine Reduktion der Luftverschmutzung möglich. In Europa wurde OBD2 ab 2001 erstmals als genormtes und somit
einheitliches Diagnosesystem eingeführt. Seit diesem Zeitpunkt gilt, dass jedes in Europa produzierte oder zum
Export nach Europa vorgesehene Fahrzeug diesen Standard erfüllen muss.


Was ist die Aufgabe von OBD2?


Der Gedanke zu OBD2 war die Reinhaltung der Luft durch die dauerhafte überwachung der Abgaswerte.
Während des Fahrbetriebs werden alle abgasbeeinflussenden Systeme überwacht. Auftretende Fehler des Abgassystems werden
dem Fahrer unmittelbar über eine Kontrollleuchte im Cockpit angezeigt. Fehlermeldungen können dann durch eine Fachwerkstatt
über die genormte Schnittstelle abgefragt und zur gezielten Problembehebung genutzt werden.


Was kann Fletize mit OBD2 machen?


Da unser Fleetize CarTracker den standardisierten OBD2-Anschluß unterstützt, kann Fleetize in jedem Fahrzeug
ab Baujahr 2001 ohne großen Aufwand durch einfaches Einstecken in Betrieb genommen werden. Über die OBD2-Diagnose
ist Fleetize ausserdem in der Lage, Werte wie Geschwindigkeit, Drehzahl, Fehlerspeicher, usw. auszulesen und diese zur weiteren
Verwendung zu nutzen. Unter anderem sind folgende Fleetize-Funktionen durch OBD2 möglich:





     Akurates Erkennen des Fahrzeugzustand


    Im Gegensatz zu bisherigen Ortungslösungen, erhält Fleetize den Zündungsstatus unmittelbar vom Fahrzeug.
    Hierdurch ist eine sekundengenaue Erfassung des Betriebszustandes möglich. Die Information, ob das Fahrzeug steht oder
    fährt ermöglicht es unter anderem elektronische Fahrtenbücher zu erstellen.


     Nutzungseffizienz mit OBD2


    Drehzahl und Verbrauch sind zwei Indikatoren für einen effizienten Einsatz des Fahrzeuges. Beide können
    nur durch eine direkte Verbindung mit dem Fahrzeug ermittelt werden. Fleetize nutzt diese beiden Informationen, um
    Optimierungsvorschläge zu unterbreiten, die auf eine Kosten- und Verschleiß-Reduktion ausgerichtet sind.


     Diebstahlprävention und Manipulationsschutz


    Durch die feste Verbindung mit der Fahrzeugelektronik weiß Fleetize nicht nur, ob und wann das Fahrzeug in Betrieb
    genommen wird, sondern kann auch eine Unterbrechung der Stromversorgung melden. Dies z.B. aufgrund der Demontage
    des Fleetize CarTrackers oder der Stromunterbrechung im Motorraum. Eine Backup-Batterie im Inneren des Fleetize CarTrackers
    übernimmt diese Sabotage-Funktion und sendet mehrere Stunden nach Stromunterbrechung weiterhin Standortdaten.


     Kilometerstand-Erfassung


    Der jeweils aktuelle Kilometerstand ermöglicht das automatisierte Erfassen von Routendistanz und
    Fuhrpark-Statistiken. Ermittelt durch den OBD2-Kilometerstand oder berechnet anhand des OBD2-Geschwindigkeitswerts
    liefert der jeweilige Kilometerstand aufschlußreiche Informationen über die Nutzungsintensität
    einzelner Fahrzeuge.


Hat mein Fahrzeug OBD2?


In der EU ist OBD2 für Fahrzeuge der EURO-3-Norm ab Baujahr 2001 für alle Benziner vorgeschrieben. Für
Diesel-Fahrzeug gilt diese Pflicht erst ab Baujahr 2003 und für LKW ab Baujahr 2005. Allerdings kann es vereinzelt der Fall
sein, dass OBD2 bereits vorher verbaut wurde. OBD2 ist vorhanden, wenn sich im Innenraum der genormte Anschluß
befindet (siehe Darstellung unten). Dieser ist meist im Fahrerbereich unterhalb des Lenkrads, im Fußraum oder in der
Mittelkonsole verbaut und durch einen Deckel oder Blende verdeckt:



Ich möchte OBD2 nicht nutzen bzw. ich habe kein OBD2


In einzelnen Fällen kann es sein, dass OBD2 nicht vorhanden ist oder nicht zum Einsatz kommen darf (z.B. bei Testfahrzeugen
oder Prototypen). In diesen Fällen gibt es zwei Alternativen, Fleetize dennoch einzusetzen:



  • Fleetize-Adapterkabelsatz: mithilfe eines Kabelsatz kann unser Fleetize CarTracker
    wie jedes handelsübliche Ortungsgerät fest mit der Fahrzeugelektronik verkabelt werden. Hierfür wird eine Zündungs-,
    Dauerplus- und Masse-Leitung benötigt, die durch jede Autowerkstatt verkabelt werden kann.



  • Fleetize-Non-OBD2-Verlängerungskabel: falls lediglich die OBD2-Schnittstelle nicht genutzt werden darf, kann
    weiterhin die Stromversorgung des standardisierten OBD2-Anschluß genutzt werden. In diesem Falle wird ein Fleetize
    Non-OBD2-Verlängerungskabel benötigt. Dieses Kabel besitzt ausschließlich die Zündungs-, Dauerplus- und
    Masse-Leitung, welche es vom OBD2-Anschluß nutzt. Hierbei wird die OBD2-Schnittstelle nicht angesprochen.




In beiden Fällen sind die OBD2-Funktionalitäten nicht verfügbar und der Fleetize CarTracker wechselt in den
Alternativ-Modus. In diesem nutzt es die Geschwindigkeit vom GPS-Signal und kalkuliert hierdurch die zurückgelegte Distanz.
Im Alternativ-Modus ist es allerdings nicht möglich Funktionen, die OBD2-Werte benötigen, zu nutzen.



Schlußwort


Der Einsatz von OBD2 in der Fahrzeugortung bringt zwei besondere Vorteile, die den Markt beflügeln und den Zugang zu
professionellen Ortungslösungen auch für kleine Unternehmen ermöglichen: eine einfache Steck-Installation und
die Nutzung fahrzeuginterner Informationen.



Weiterführende Informationen zu OBD2: https://de.wikipedia.org/wiki/On-Board-Diagnose



Gueven Oektem
von Gueven Oektem
veröffentlicht am 18.04.2015

In diesem Artikel wurden (modifizierte) Bildwerke von Fotolia.com genutzt.

Die Urheber der Bildwerke sind: © Vladimir Kramin

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